Sternenkinder

Sternenkinder sind Kinder, die früh dorthin zurückgehen, woher sie gekommen sind. Sie verlassen ihre Körper im Mutterleib, während oder nach der Geburt, manchmal auch später. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Gerade in der ersten Zeit der Schwangerschaft kann man oft nicht sagen, weshalb sich der kleine Mensch nicht weiterentwickelt. Aber auch in einer weit vorangeschrittenen Schwangerschaft kann es sein, dass der Arzt oder die Hebamme plötzlich keine Herztöne mehr feststellen kann. Und einige Familien finden während der Schwangerschaft oder nach der Geburt heraus, dass ihr Kind eine Krankheit hat, die ein Weiterleben nahezu unmöglich macht. Ganz egal weshalb, wann und wie es geschieht: Ein Kind zu verlieren, zählt zu den Ereignissen, die wohl die größte Trauer und Angst in uns Eltern auslösen. Es ist eine große Prüfung!

Es gibt die Vorstellung, dass Sternenkinder zum letzten Mal inkarnieren (wiedergeboren werden). Sie müssen eine letzte kurze Lebenserfahrung auf der Erde machen, um für immer im Reich der Engel und Lichtwesen bleiben zu können.

Verlust in der Schwangerschaft

Die Wahrscheinlichkeit einer gut verlaufenden Schwangerschaft steigt mit jedem Tag, in der die Entwicklung des kleinen Embryos voranschreitet: Liegt das Risiko einer Fehlgeburt in den ersten Wochen noch bei 20 %  (wobei viele Frauen vielleicht noch gar nicht mitbekommen haben, dass sie schwanger waren), sinkt es ab der 18. Schwangerschaftswoche auf nur noch 1 %.
Aber welche Zahlen oder Wochen auch immer auf dem Papier stehen – auf die Freude, die erste zarte Liebe und die Vorstellung einer baldigen Familie folgt nach dem ersten Schock beim Gynäkologen die Zeit „danach“. Jede Frau und Familie geht anders mit dem Verlust um: Während die einen schnell Mut und Zuversicht für eine weitere Schwangerschaft fassen, brauchen die anderen mehr Zeit. Viele Fragen tauchen auf:

  • Wie können wir das Geschehene verarbeiten?
  • Wie können wir unser Leben weiterführen? Woher nehmen wir die Kraft, den Alltag zu meistern?
  • Was für Auswirkungen hat der Tod unseres Kindes auf unsere Beziehung und unsere Familie?
  • Wie können wir unsere anderen Kinder, die Geschwister des Sternenkindes, bei der Verarbeitung unterstützen?
  • Werde ich nie mehr Mutter/Vater sein?
  • Ist eine erneute Schwangerschaft überhaupt möglich?
  • Wie kann ich mit der Angst umgehen, dass dasselbe nochmals passiert?
  • Warum ist uns das passiert?

Gerade wenn es zu Beginn der Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt kommt, ist es für Außenstehende oft schwer, zu verstehen, weshalb die Trauer darüber so groß ist. Sätze wie „Du kannst doch wieder schwanger werden!“ oder „Es war doch noch gar kein richtiger Mensch!“ sind nicht selten. Insbesondere Frauen, die schon mehrere Male Kinder verloren haben, leiden mit jedem weiteren Verlust noch mehr.

Es ist von großer Bedeutung, dieser Trauer Raum zu geben, um das Geschehene zu verarbeiten. Verarbeiten heißt nicht vergessen, sondern es gibt uns die Möglichkeit, bewusst mit Emotionen umzugehen, unser Herz heilen zu lassen und gleichzeitig unserem Kind einen Platz darin zu geben.

Stille Geburt

Bei ungefähr vier von 1000 Schwangerschaften wird ein Baby „still“ geboren. Dazu kommt es, wenn bei einer Routinekontrolle oder auch während der Geburt kein Herzschlag mehr festgestellt werden kann.

Solltest du eine stille Geburt erlebt haben oder dich womöglich sogar gerade in dieser Situation befinden, sprechen wir dir auf diesem Wege unser ganzes Mitgefühl aus. Du bist nicht allein und musst nichts alleine bewältigen. Es gibt viele Menschen, die dich in dieser schweren Zeit unterstützen. Wir haben viel Erfahrung in diesem Bereich und sind ebenfalls an deiner Seite.

Für diese Situation gilt unsere Notfallnummer... Sollten wir nicht sofort selbst am Telefon sein, werden wir benachrichtigt und rufen innerhalb einer Stunde zurück!

Nimm dir Zeit, am besten mit deinen Lieben. Sprecht miteinander, was jetzt der erste Schritt sein könnte: Ist es der Anruf bei den eigenen Eltern, die schnell vorbeikommen können, um da zu sein? Oder beim Babysitter, damit ihr etwas Luft für euch habt? Vielleicht möchtest du sofort ins Krankenhaus oder einfach nach Hause und die Decke über den Kopf ziehen. Was immer du jetzt brauchst, nimm es dir!

Und wenn du gerade eine Frau in dieser Situation unterstützt: Sei einfach da, zeig Mitgefühl. Wenn dir die Worte fehlen, du dich befangen fühlst, sprich es aus. Wir dürfen als Menschen sprachlos sein, mitweinen, mitfühlen. Niemand braucht in solch einer Situation viele kluge Worte – da zu sein, zu halten, sich zu kümmern und Trost zu spenden, hilft!

In einem nächsten Schritt können weiterführende Fragen geklärt werden:

  • Wann, wie und wo möchte ich still gebären?
  • Wer soll dabei sein?
  • Was brauche ich eventuell noch davor, um das Kind gebären zu können?
  • Welche Unterstützung wünsche ich mir während der Geburt?
  • Wie möchte ich die Zeit „danach“ mit meinem Baby und eventuell der Familie verbringen?
  • Vielleicht fragst du dich auch, wie ein Ritual diesen Prozess unterstützen könnte?

Wir haben für die Zeit „danach“ unterschiedlichste Geschichten erlebt und gehört – von wunderschön bis ganz furchtbar war alles dabei. Im Idealfall kann man selbst entscheiden, ob man sein Kind direkt zu sich nehmen möchte oder ob man einfach einen Moment braucht (was meistens so ist). Dann nimmt die Hebamme das Baby an sich und wird es in ein kleines Körbchen oder eine Decke legen – je nachdem, in welchem Monat das Baby geboren wurde, ist es noch sehr klein und seine Haut ist noch ganz transparent (wie die eines kleinen Vögelchens) oder es sieht aus, als würde es „nur“ schlafen. Eventuell wurde das Baby auch mit einem Gendefekt geboren – in jedem Fall bietet das Körbchen oder die Decke die Möglichkeit, sich langsam anzunähern, wenn man dies braucht.

Es ist dein Baby, du bist seine Mama. Und deshalb gilt auch hier: Du entscheidest über die Zeit danach! Auch wenn du überhaupt nicht in der Lage bist, dein Baby zu sehen, ist das okay. Im Idealfall wird man Fotos und einen Fuß- und Handabdruck machen, damit du etwas hast, was du für immer behalten kannst.

In den wenigsten Fällen ist Eile geboten. Bekommst du bei einem Routinetermin die Nachricht, dass keine Herztöne mehr da sind, hast du vielleicht sogar das Gefühl, dass die Zeit stehen bleibt und die Erde aufhört, sich zu drehen. Körper und Geist befinden sich sehr wahrscheinlich im Schockzustand: Vielleicht weinst du, vielleicht kannst du es auch einfach nicht glauben oder du spürst nichts, nur eine große Leere – alle Gefühlsregungen sind möglich. Nimm dir Zeit, lass dich nicht drängen. Unserer Erfahrung nach wird oft dazu geraten, umgehend in die Klinik zu fahren und die Geburt einzuleiten. In den meisten Fällen ist das aber nicht nötig.

Unser Körper ist intelligent. Er würde sehr wahrscheinlich von selbst nach ein paar Tagen „erkennen“, was los ist und entsprechend Hormone ausschütten, um die Geburt einzuleiten. Dies kann man bei allen Säugetieren beobachten. Findet man eine Hebamme und/oder Ärzte, die diese Form der stillen Geburt unterstützen (und vorausgesetzt, man kann sich diesen Verlauf überhaupt so vorstellen), gibt es viele Möglichkeiten einer sicheren „Überwachung“ für die verbleibenden Tage.

Auch eine Hausgeburt ist möglich. Und du kannst dich immer für einen Kaiserschnitt entscheiden! Einige Frauen können sich eine vaginale Geburt emotional vielleicht gar nicht vorstellen und das ist vollkommen verständlich und berechtigt. Wie uns berichtet wurde, lassen Ärzte hier anscheinend oft keine Wahl. ABER: Niemand kann dir diese Entscheidung abnehmen und niemand hat das Recht, dir deine Entscheidung zu nehmen.

Was du vielleicht nicht weißt: Das deutsche Gesetzt sieht vor, dass ein Baby erst mit einem Gewicht ab 500 Gramm bestattet und als Person gemeldet wird (Personenstandsverordnung). Alle Kinder, die dieses Gewicht nicht erreichen, haben keinen Anspruch darauf. Das ist traurig, aber zurzeit noch aktuell. Um so wichtiger ist es, für sich ein Ritual zu finden, eine Zeit zu schaffen, in der Körper und Seele Abschied nehmen können. Solltest du diese Möglichkeit nicht gehabt haben, können Rituale auch „nachgeholt“ werden, es ist nie zu spät dafür.

Warum vaginale Geburt?

Der Kaiserschnitt stellt immer ein höheres Risiko für Mutter und Kind dar. Zudem besteht die Gefahr von Schäden an der Gebärmutter, was eine weitere Schwangerschaft erschweren kann. Natürlich wird dich der Arzt darüber aufklären. Gleichzeitig haben Studien ergeben, dass Psyche und Körper schneller heilen, wenn eine vaginale Geburt erlebt wurde. Der Kreislauf des Lebens spielt hier wohl eine bedeutende Rolle. Viele Frauen beschrieben den Prozess als sehr emotional, jedoch hatten sie gleichzeitig das Gefühl, während der Geburt und danach einen Teil des Verarbeitungsprozesses schon gegangen zu sein.
Du entscheidest, was du möchtest und was du dafür brauchst!

Verlust von Kindern

Auch später können Kinder gehen, durch einen Unfall, durch eine Krankheit oder andere Umstände. Das Leid, ein Kind zu verlieren, kann man sich wohl nur vorstellen, wenn man es selbst erlebt hat. Durch unsere Arbeit im Hospiz und mit verwaisten Eltern haben wir Erfahrung mit deren besonderen Bedürfnissen. Wir haben viele wundervolle, heilende Erlebnisse mit Ritualen und spiritueller Arbeit machen dürfen. In den Stunden der Trauer öffnet sich fast immer eine Tür ins Reich des „Glaubens“: Wieso musste mein Kind gehen? Wo ist es jetzt? Woran kann ich jetzt noch glauben?

Selbst Menschen, die bisher nichts mit Religion am Hut hatten, sehnen sich (verständlicherweise) nach Antworten auf solche Fragen, nach dem Grund, dem Sinn des Lebens. Diese Sehnsucht gibt es seit Menschengedenken. Wenn wir uns trauen, durch diese Tür zu gehen, werden wir alle Antworten bekommen, die wir benötigen. Gerade in der Zeit der Trauer wirkt es manchmal so, als wäre der Vorhang zwischen Himmel und Erde durchlässiger.

Mandalia arbeitet z. B. mit Ritualen, Arbeiten in der Natur, Tieftrance-Erfahrungen, wingwave® und Kundalini Yoga. Kundalini Yoga bietet die Möglichkeit, durch Bewegung, Atmung und Mantren einen Heilprozess auf körperlicher und seelischer Ebene zu durchleben.

Manche Eltern möchten aber auch ein Coaching besuchen mit Anliegen, die sie schon für sich formulieren können oder die gemeinsam erarbeitet werden. Auch Paare benötigen Unterstützung, denn viele Partnerschaften gehen nach einem solchen Schicksalsschlag auseinander. Das liegt häufig daran, dass Menschen unterschiedlich trauern: Während der eine das Haus noch kaum verlassen kann, geht der andere weiterarbeiten, als wäre „nichts gewesen“. Auch gibt es Unterscheide der Trauer bei Mann und Frau, bei Mutter und Vater. Es ist von großer Bedeutung, eine Akzeptanz für den anderen zu schaffen, gemeinsame Ziele zu vereinbaren und einen Plan für die schwere Zeit zu entwickeln.

Zeit und Form von Trauer sind so verschieden wie es Menschen auf der Welt gibt. Mandalia Birth unterstützt dich dabei, für dich herauszufinden, was du brauchst. Wir glauben daran, dass wir uns als Menschen bei der Trauerarbeit unterstützen und helfen können. Wir glauben daran, dass sich dies alle Seelen für uns hier auf der Erde wünschen würden.

Wenn du nicht sicher bist, ob und wie wir dich unterstützen können, ruf uns an oder schreib uns eine E-Mail, wir freuen uns auf dich.

 

Für alle, die trauernde Freunde und Familienmitglieder begleiten:

„Geht behutsam mit uns um, denn wir sind schutzlos. Die Wunde ist noch offen und weiteren Verletzungen preisgegeben. Wir haben so wenig Kraft, um Widerstand zu leisten. Gestattet uns unseren Weg, der lang sein kann. Drängt uns nicht, so zu sein wie früher, wir können es noch nicht. Denkt daran, dass wir in Wandlung begriffen sind. Lasst Euch sagen, dass wir uns selbst fremd sind. Habt Geduld. Wir wissen, dass wir Bitteres in Eure Zufriedenheit streuen.
Dass Euer Lachen ersterben kann, wenn Ihr unser Erschrecken seht. Dass wir Euch mit Leid konfrontieren, das Ihr vermeiden möchtet. Wenn wir Eure Kinder sehen, leiden wir. Wir müssen die Frage nach dem Sinn unseres Lebens stellen. Wir haben die Sicherheit verloren, in der Ihr noch lebt. Ihr haltet uns entgegen: Auch wir haben Kummer.

Doch wenn wir Euch fragen, ob Ihr unser Schicksal tragen möchtet, erschreckt Ihr. Aber verzeiht: Unser Leid ist so übermächtig, dass wir oft vergessen, dass es viele Arten von Schmerz gibt. Ihr wisst vielleicht nicht, wie schwer wir unsere Gedanken sammeln können. Unsere Kinder begleiten uns.
Vieles was wir hören, müssen wir auf sie beziehen. Wir hören Euch zu, aber unsere Gedanken schweifen ab. Nehmt es an, wenn wir von unseren Kindern und unserer Trauer zu sprechen beginnen. Wir tun nur das, was in uns drängt. Wenn wir Eure Abwehr sehen, fühlen wir uns unverstanden und einsam. Lasst unsere Kinder bedeutend werden vor Euch. Teilt mit uns den Glauben an sie. Noch mehr als früher sind sie ein Teil von uns. Wenn Ihr unsere Kinder verletzt, verletzt Ihr uns. Mag sein, dass wir sie vollendeter machen, als sie es waren. Aber Fehler zuzugestehen fällt uns schwer. Zerstört nicht unser Bild. Glaubt uns: Wir brauchen es so.

Versucht, Euch in uns einzufühlen. Glaubt daran, dass unsere Belastbarkeit wächst. Glaubt daran, dass wir eines Tages mit neuem Selbstverständnis leben werden. Euer Zutrauen stärkt uns auf diesem Weg. Wenn wir es geschafft haben, unser Schicksal anzunehmen, werden wir Euch freier begegnen. Jetzt aber zwingt uns nicht mit Wort und Blick, unser Unglück zu leugnen. Wir brauchen Eure Annahme. Vergesst nicht, wir müssen so vieles von neuem lernen. Unsere Trauer hat unser Sehen und Fühlen verändert.
Bleibt an unserer Seite. Lernt von uns. Für Euer eigenes Leben.“

- diese Zeilen stammen vom Forum der Sternenbrücke. Hier können sich verwaiste Eltern austauschen: www.sternenkinderbruecke.de

Engel

Still, seid leise,
es waren Engel auf der Reise.
Sie wollten ganz kurz bei Euch sein,
warum sie gingen, weiß Gott allein.
Sie kamen von Gott, dort sind sie wieder.
Wollten nur kurz auf unsere Erde nieder.
Ein Hauch nur bleibt von ihnen zurück,
in Euren Herzen ein großes Stück.
Sie werden jetzt immer bei Euch sein
Vergesst sie nicht, sie waren so klein.
Geht nun ein Wind, an mildem Tag,
so denke, es war ihr Flügelschlag.
Und wenn Ihr fragt, wo mögen sie sein?
Ein Engel ist niemals allein.
Sie können jetzt alle Farben sehn
Und barfuß durch die Wolken gehn.
Und wenn Ihr sie auch sehr vermisst,
und weint, weil sie nicht bei Euch sind,
so denkt, im Himmel, wo es sie nun gibt,
erzählen sie stolz:
Wir werden geliebt!