Babyblues

Endlich ist es soweit: Dein Baby ist da und du versuchst dich gerade in der neuen Situation und deiner neuen Rolle als Mutter einzufinden. Alles ist neu und vielleicht auch anders als du es dir vorgestellt hast. Und da ist dieses kleine, zarte und zerbrechlich wirkende Wesen, das du plötzlich in den Händen hältst, nachdem es so lange in deinem Bauch herangewachsen ist.
Du denkst, dass du überschwänglich glücklich sein solltest – auch, weil unsere Gesellschaft das von einer frisch gebackenen Mutter so erwartet. Aber was, wenn es in dir ganz anders aussieht? Was, wenn du dich nicht in der rosaroten Babywelt fühlst, sondern ängstlich und labil, erschöpft und traurig? Wenn du reizbar bist und dir die Tränen kommen, ohne dass du genau weißt, weshalb?
Oft lösen solche Gefühle ein schlechtes Gewissen aus und das Gedankenkarussell dreht sich:

  • Bin ich eine schlechte Mutter?
  • Wieso bin ich nicht glücklich wie jede andere Frau auch, die ein Baby gekriegt hat?
  • Werden diese Gefühle jemals verschwinden? Werde ich mich über mein Kind freuen können?
  • Was macht es mit meinem Baby, wenn ich ihm nicht die nötige Liebe zeigen kann?

Dabei sind Stimmungsschwanken und ein Wechselbad der Gefühle nach der Geburt völlig normal. Viele Frauen durchleben den sogenannten Babyblues. Du hast gerade etwas Überwältigendes erlebt: Du hast dein Kind zur Welt gebracht, hast Schwangerschaft und Geburt gemeistert. Das ist ein einzigartiges, tiefgreifendes Erlebnis. Und eigentlich müsstest du Zeit und Raum haben, diese Erfahrung zu verarbeiten, sie in dir zu integrieren. Aber du wirst gleich weiter gefordert, weil dein Baby dich ganz und gar braucht. Es ist zwar physisch nicht mehr in deinem Bauch, aber in dieser Anfangsphase seid ihr immer noch eins.

Die Geburt und die ersten Wochen danach sind auch eine Phase der Transformation und Initiation. Für dich selbst, deinen Partner und deine Familie genauso wie für dein Baby. Was also, wenn der Babyblues, von dem übrigens bis zu 80% der Mütter betroffen sind, eine wichtige Funktion in dieser Entwicklung erfüllt?
Die erhöhte Sensibilität bereitet dich auch auf die neue Aufgabe als Mutter vor. Du nimmst Reize viel bewusster und intensiver war, und das ermöglicht es dir, die Bedürfnisse und Empfindungen deines Kindes besser zu erkennen. Zudem war die Geburt für deinen Körper ein wahrer Kraftakt, von dem er sich erst wieder erholen muss. Der Hormonhaushalt muss sich wieder stabilisieren. Vielleicht schmerzen deine Brüste, weil sich dein Körper aufs Stillen vorbereitet. Und nach den durchgestandenen Strapazen fühlst du dich sicher erschöpft und ausgelaugt, aber Schlaf findest du wahrscheinlich trotzdem nicht genug, weil ja ein bedürftiges kleines Wesen deine ganze Aufmerksamkeit und dein ganzes Dasein fordert.

Bei all dem ist es doch nicht verwunderlich, dass die Gefühlswelt durcheinandergerät oder auch mal Tränen fließen. Das ganze Spektrum an auftauchenden Emotionen zuzulassen und liebevoll mit sich selbst umzugehen, hilft dabei, im neuen Muttersein anzukommen. Tränen sind dabei auch befreiend. Durch die Geburt und alle damit verbundenen Sorgen und Ängste hat sich in deinem Körper vielleicht eine große Anspannung gebildet. Indem du das Weinen zulässt, kann sich dein Körper wieder entspannen und es entsteht Raum für neue Energie.

Der Babyblues geht normalerweise nach ein paar Tagen wieder vorbei. Er ist deshalb nicht zu verwechseln mit einer postnatalen Depression, an der 10 bis 15 % der Mütter leiden. Erst wenn die negativen Gefühle nicht mehr weggehen, wenn das Unglücklichsein und die Freudlosigkeit, Erschöpfung und Überforderung andauern und es nicht gelingt, eine emotionale Nähe zum eigenen Kind aufzubauen, sind dies Anzeichen einer postnatalen Depression und professionelle Hilfe ist dringend angezeigt.
Aber auch die Babyblues-Tage sind leichter anzunehmen, wenn man sich darauf einstellt, dass ein Gefühlschaos einen überwältigen kann. Und vielleicht kannst du dir ja ganz bewusst eine Pause gönnen, um zur Ruhe zu kommen, neue Kraft zu tanken und dich auf all das einzustellen, was vor dir liegt.

Oft ist es zudem so, dass wir uns (ganz unbewusst) an die Zeit erinnern, als wir selber geboren wurden. An die Zeit, in der die Bindung zu unserer eigenen Mutter stattgefunden hat. Vielleicht ist es deiner Mutter, obwohl sie es wollte, damals nicht gelungen, dieses enge Band zu schaffen – viele Gründe können dafür ausschlaggebend gewesen sein. Unser Körper hat diese Erfahrung gespeichert und jetzt, wo wir in derselben Situation mit unserem eigenen Kind sind, wird sie wieder präsent. Wir möchten es als Mutter unbedingt besser machen. Und dieser Druck kann überfordernd sein. Aber ein solches Familienmuster kann gelöst werden. Wenn wir uns bewusst damit auseinandersetzen, können wir die Weichen neu stellen.

Ganz allgemein gilt: Je besser wir uns auf die Geburt und die Zeit danach vorbereiten, desto einfacher wird es. Und sicher hilft es auch, wenn wir uns bereits früh genug ein Netz an Unterstützung aufbauen.
Gute Erfahrungen haben wir bei Mandalia Birth beispielsweise mit Hypnose gemacht. Aber auch Coaching und Beratung können helfen, sich auf die Phase des Babyblues einzustellen und gelassener damit umzugehen. Kontaktiere uns telefonisch oder per E-Mail. Gerne informieren wir dich über mögliche Hilfestellungen.

"Mothers can not give from a depleted source. Every mother needs emotional, mental, physical and spiritual validation, nourishment and support. When a mother is respected and well cared for, she and her whole family will benefit."- author unknown